Die deutsche Galileo Test- und Entwicklungsumgebung

Die Entwicklung von Produkten, Serviceleistungen und Anwendertechnologien ist ein Schlüsselfaktor für den kommerziellen Erfolg des Europäischen Satelliten-Navigations Systems Galileo. GATE ist eine auf der Welt einzigartige Test- und Entwicklungsumgebung, um sich für die Herausforderungen des künftigen Galileo/GPS-Navigationsmarktes vorzubereiten. Mithilfe von acht "virtuellen Galileo Satelliten", die auf Bergen rund um das GATE Testgebiet im Raum Berchtesgaden installiert wurden, können die unterschiedlichsten Testszenarien unter realistischen Bedingungen ermöglicht werden.
GATE schließt damit die Lücke zwischen laborgebundenen GNSS HF-Signalgeneratoren und dem realen Galileo Navigationssystem, das voraussichtlich ab dem Jahr 2015/2016 mit zunächst 18 Satelliten zur Verfügung stehen wird!

GATE Betrieb

Bereits seit dem Sommer 2008 ist es der Industrie und Forschungseinrichtungen möglich, GATE für Experimente zu buchen. Im Februar 2011 wurde das auf nunmehr acht Sendestationen erweiterte Testgebiet offiziell eröffnet. Der Betrieb von GATE erfolgt voraussichtlich bis mindestens Ende 2016 unter Verantwortung der IFEN GmbH. Für Details zur Nutzung von GATE wenden Sie sich bitte an die IFEN GmbH.

GATE Testeinrichtung

GATE Testgebiet

GATE besteht im wesentlichen aus acht Sendestationen, welche die Galileo-Signale in das GATE-Testgebiet im Raum Berchtesgaden abstrahlen und zwei Monitorstationen, die diese Signale empfangen und verarbeiten. Das "Herzstück" von GATE bildet  dabei eine zentrale Prozessierungseinheit, die zur Steuerung und Überwachung der abgestrahlten Signale dient. 

Die erzeugten Signale sind völlig konform zur Galileo OS Signalspezifikation. Dank der realistisch simulierten Galileo Konstellation im "Virtuellen Satelliten-Modus" und der Möglichkeit, zusätzliche Sensoren wie z.B. Odometer und inertiale Beschleunigungssensoren in den Testaufbau zu integrieren, können GNSS-Empfänger und Navigationsanwendungen unter echten Mehrwege- und Interferenzbedingungen effektiv und realistisch getestet werden. 

Die vier ab 2012 verfügbaren Galileo IOV Satelliten können ebenfalls in Kombination mit GATE genutzt werden, womit eine komplette Galileo Konstellation mit bis zu zwölf sichtbaren Satelliten ermöglicht wird. Dank der vollen Kontrolle über die "virtuellen" GATE-Satelliten können zudem gezielt "Fehler" simuliert werden, um beispielsweise Untersuchungen zur Integrität der Nutzerposition (RAIM) durchzuführen.